Mythologie, Theosophie und Anthroposophie in der biodynamischen Landwirtschaft

In der Lehre von Rudolf Steiner, die Grundlage für die Demeter-Landwirtschaft, spielt Mythologie, genauso wie der Glaube an höhere Kräfte eine große Rolle.

 

 

Eine griechische Göttin als Namenspatronin – Demeter

 

 

Allein der Name Demeter rührt von einer Göttin der griechischen Mythologie. Demeter ist die Göttin der Fruchtbarkeit. Der Name passt also wie die Faust aufs Auge, wenn man an die vielfältig bewachsenen, sehr fruchtbaren Böden der Demeter-Landwirtschaft denkt. Die Fruchtbarkeitsgöttin Demeter ist eine von zwölf Gottheiten des griechischen Olymps. Sie ist für die Fruchtbarkeit und das Wachstum der Pflanzen, des Getreides und der Saat verantwortlich. Außerdem beeinflusst die Göttin Demeter die Jahreszeiten.

 

 

Weizenblonde Haare, Blumen und ein Obstkorb – die Personifizierung der Göttin Demeter

 

 

Die optische Erscheinung der Demeter ist mit ihren weizenblonden, langen Haaren, die oft mit Blumen oder Weizenähren verziert sind, die Verkörperung aller Wesenszüge, die ihr zugesprochen werden. Sie wirkt offen und freundlich. Häufig wird sie mit einem Korb mit Blumen, Obst und Samen abgebildet. Aufgrund ihrer Sorge um ausreichende Ernte für die Menschen, wird sie auch als Schutzherrin des Ackerbaus angesehen. Die Dankbarkeit und Verehrung wirkt bis in die heutige Zeit hinein. In Griechenland wird das letzte Getreidebündel am Ende der Erntezeit von der Landbevölkerung auch heute noch als Demeter bezeichnet. Dieses Bündel wird bei Erntedankfesten mithilfe von Frauenkleidern und Blumenschmuck zur Personifizierung der Göttin Demeter.

 

 

Die Kraft von oben

 

 

Außer der Mythologie sind aber auch die kosmischen Kräfte und der Glaube an eine übersinnliche, geistige Welt, die Theosophie, bedeutend für die Landwirtschaft nach Rudolf Steiners Vorbild. Als Begründer der Anthroposophie hat Steiner versucht, die Gesamtheit der kosmischen und irdischen Zusammenhänge zu erklären.

 

Neben den Vorgängen auf der Erde glaubte Steiner auch an eine höhere, geistige Dimension, die mit der Erde im Zusammenspiel steht. Die Anthroposophie beschreibt also nicht nur eine Form der Landwirtschaft oder - im Falle der Waldorfschulen - einer Schulerziehung, sondern auch den Einfluss einer kosmischen, spirituellen Ebene, die sich auf das Leben auf der Erde auswirkt. Biodynamischer Landbau funktioniert nach Steiner nicht nur durch das Weglassen von künstlichem Dünger und einer natürlichen Umgebung, sondern auch weil kosmische Energien für Wachstum und Geschmack sorgen. Grundlage für diese Ansicht war Steiners Kontakt mit der Theosophischen Lehre rund um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert.

 

 

Die Christengemeinschaft von Rudolf Steiner

 

 

Doch auch Lehren des Christentums fließen in seine Anthroposophie ein. Bemerkenswert ist, dass für Steiner die Welt materialisierter Geist ist. Diesen Geist nennt er auch das Göttliche. Für ihn sind Gott, der Mensch und die Welt wesensgleich. Diese Ideen manifestieren sich sogar in einer Religionsgemeinschaft, die Steiner gegründet hat. In der Christengemeinschaft galt es nicht nur zu glauben, sondern wirklich zu wissen. Etwa 35 000 bis zu 60 000 Mitglieder soll es weltweit geben.

 

Da die Christengemeinschaft an Reinkarnation glaubt und der Ansicht ist, dass der Mensch sich dadurch von seinen Sünden selbst erlösen kann, wird sie von den christlichen Kirchen nicht als Glaubensgemeinschaft anerkannt. Obwohl sich viele katholische und evangelische Elemente darin finden. Doch die Reinkarnation widerspricht fundamental der Ansicht der Vergebung der Sünden durch die Kirche statt durch sich selbst.

 

Trotz der Popularität von Steiners anthroposophischen Ansätzen in der Schulerziehung und der Landwirtschaft, ist die Glaubensgemeinschaft der Christengemeinschaft wenig bekannt und präsent in der öffentlichen Wahrnehmung. Denkt man an Rudolf Steiner denkt man zuerst an Waldorfschulen und biodynamische Landwirtschaft.

 

 

Mikrokosmos Demeter-Hof

 

 

Und dennoch wird durch die vielen Aspekte der Lehre Steiners und seiner Überlegungen zu Mensch, Umwelt und Kosmos deutlich, wie ganzheitlich sein Ansatz war. Diese Ganzheitlichkeit ist letztlich auch genau das, worauf es bei der biologisch-dynamischen Landwirtschaft ankommt. Alle Zusammenhänge verstehen und begreifen wollen, wie die Erde, ihre Bewohner, die Pflanzen und Tiere und das Universum miteinander in Verbindung stehen und aufeinander Einfluss nehmen, war Steiners steter Antrieb.

 

Daraus resultiert schließlich auch die Bedeutung der Mondphasen, der Ausbringung der Präparate auf der Anbaufläche und der Gestaltung eines hofeigenen Mikrokosmos als Voraussetzung für biodynamisches Wirtschaften. Alles greift ineinander und beeinflusst sich gegenseitig. Diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgen auch unsere Kaffeefarmer in Indien, Brasilien und Guatemala.

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