Unsere biologische Finca Santa Isabel aus Guatemala

Unser Kaffee aus Guatemala stammt von der Finca Santa Isabel. Die Farm selbst liegt auf 1300 m in der Region Santa Rosa. Santa Rosa liegt südlich des Landes und grenzt an die Pazifikküste. Vulkanische Böden, das tropische Klima und die Luftzirkulationen des Pazifiks sorgen für eine reichlich fruchtbare Vegetation.

Im Norden liegen die hohen Vulkanberge und reichen bis zu 2000 m hoch. Zur Küste hin flacht das Land immer mehr ab und die landwirtschaftlichen Flächen nehmen zu. Die Geschichte der Farm beginnt 1899 als Frederico Keller als Deutscher Einwanderer in Pueblo Nuevo Vinas die Farm gründetet, die er nach seiner Frau benannte.

Die Familie führt die Farm seit über 120 Jahren und ist nun in 4. Generation. Alex führt zusammen mit seinem Bruder die insgesamt 1000 ha große Farm, wobei nur 340 ha als Kaffeeplantage genutzt werden. Die Farm hat unterschiedliche biologische Ansätze zum einen wird nicht die gesamte Anbaufläche genutzt, um Kaffee anzubauen, sondern dient unter anderem als Regenwald Projekt, zur Haltung von Tieren und unter anderem als Anbau anderer Nebenprodukte wie zum Beispiel Hibiskus. Außerdem werden alle anfallenden organischen Abfallprodukte zur Kompostierung genutzt und das Brauchwasser der Washing-Station wird zum Bewässern der Pflanzen wiederverwertet.

Durch die unterschiedlichen ökologischen Gedanken entstehen zahlreiche Produkte, wobei der Haupterwerb der Farm allerdings durch Kaffee erwirtschaftet wird.

Zum einen gibt es eigene Bienen, die das Bestäuben der tausenden Blüten unterstützen und als Produkt süßer, leckerer Kaffeeblütenhonig entsteht und unter anderem gibt es ungefähr 1500 kurzhaarige Schafe auf der Farm. Die Rasse nennt sich Pelibuey und wird in Südamerika als Hausschaf gehalten. Die Schafe bewegen sich frei auf dem Plantagengelände und entfernen so das unerwünschte Unkraut auf natürliche Weise und Ihr Mist dient zeitgleich als natürlicher Dünger für den Boden.

Außerdem wächst unter anderem Chaya. Das sind sogenannte Blattspinatbäume die den Kaffeepflanzen wunderbaren Schatten spenden. Chaya wird in Südamerika viel angebaut und findet sich deswegen auch in einigen Gerichten wieder. Anders als unser bekannter Blattspinat, kann man Chaya allerdings nicht roh essen. Da er sogenannte giftige Blausäureglykoside beinhaltet, ist das Blatt ausschließlich gekocht genießbar. Chaya hat viele wichtige Vitamine und Nährstoffe und verfügt über einen höheren Eisengehalt als der uns bekannte Blattspinat.

Bei so viel Pflanzenvielfalt siedeln sich viele Insekten und heimische Vögel an, was zu einem natürlichen Organismus beiträgt und einer biologischen Anbauweise entspricht. Seit 2008 wird auf Santa Isabel biologische Landwirtschaft betrieben, seit 2017 werden Präparate nach Rudolf Steiner hergestellt und individuell verwendet. Durch die Berücksichtigung der natürlichen Rhythmen der Natur und der Belebung der Erde durch biologische Kompostierung, werden die Böden nährstoffreicher und fruchtbarer. Das Leben mit den Schafen auf der Farm unterstützt den Wirtschaftskreislauf.

Gerade beim Anbauen neuer Kaffeepflanzen legt Alex großen Wert auf die bestmögliche Versorgung der Samen, den nur mit frischen Wasser, besten Boden, Luft und der Energie der Sonne, können die Pflanzen ihr volles Potenzial entwickeln, um gesund heranzuwachsen. Der lebendige Kompost macht gerade beim Heranziehen der Pflanzen die Keimlinge von Grund auf stabiler und beständiger und haben bei fruchtbarer Erde und feucht-warmen Bedingungen die beste Möglichkeit auf natürlichste Weise heranzuwachsen. Bis eine Kaffeepflanze Früchte trägt, muss man 3-5 Jahre warten und das spricht für sich, dass bei diesem Rhythmus eine gesunde und robuste Pflanze nachhaltiger ist.

Durch den fruchtbaren Boden baut die Farm unterschiedliche Arabica Varietäten, als auch Robusta an.

Aber nicht nur für den Boden und die Tiere ist eine biologische Anbauweise gesünder auch für seine Mitarbeiter. Das Ernten der reifen Kaffeekirschen übernehmen seine Mitarbeiter per Hand zwischen November und Februar. Hier werden nur die reifen Kirschen entfernt und der Erntezyklus wird mehrmals wiederholt, bis alle Kirschen geerntet wurden. So ist eine nachhaltige Ernte garantiert. Alex ist bewusst, dass nur ein guter Kaffee entstehen kann, wenn die Menschen und die Natur zufrieden und glücklich sind. Deswegen ist ihm das Zusammenspiel aller Faktoren sehr wichtig. Das war auch ausschlaggebend die Finca Isabel mit dem Demeter Siegel zertifizieren zu lassen. Seit 2017 ist die Farm in der Zertifizierungsphase und wird regelmäßig von Demeter geschult und überprüft. Alex möchte die Bereiche des biologischen Anbaus, des Fermentierungs- und Aufbereitungsvorgangs und natürlich die Bio Zertifizierung seiner Produkte erzielen.

Aber nicht nur Umweltschutz und ein gesunder Anbau sind laut Familie Keller wichtig, sondern natürlich auch die Jahrzehnte lange Erfahrung im Kaffeebereich. Laut Alex lernt man in Sachen Kaffee nie aus. Gerade im Bereich der Kaffeeaufbereitung entwickeln sich immer neue Möglichkeiten. Die farmeigene Washing Station bietet alle Trocknungsverfahren (gewaschen, natural oder Honey) an. Die Bohnen werden in der Sonne getrocknet und anschließend nach Größe mehrmals sortiert.

In den 70er Jahren wurde auf der Finca eine Rösterei eingerichtet. Somit ist das Vermarkten des eigenen Kaffees zusätzlich möglich.

Für uns ist die Zusammenarbeit mit Alex von großem Vorteil, da man sich hinsichtlich Rösteigenschaften zusätzlich austauschen kann.

Ausschlaggebend für die Wahl des Kaffees ist für uns natürlich die Qualität des Rohkaffees, die Rösteigenschaften und vor allem der Geschmack in der Tasse. Hierfür wird der Rohkaffee in kleinen Mengen probegeröstet und mehrmals verkostet. Überzeugt der Geschmack, wird der Kaffee in größeren Mengen direkt gekauft und später für Dich geröstet.