Gesunder Boden, gesunde Pflanzen - Demeter-Bodenpflege

Ein gesunder Boden ist für den biodynamischen Anbau im wahrsten Sinne die Basis allen Schaffens. In und auf ihm wachsen schließlich die landwirtschaftlichen Kulturen und die sollen die besten Voraussetzungen zum Gedeihen haben. Um eine Demeter-Zertifizierung – wie unser brasilianischer Kaffee der Finca Camocim - zu erhalten, muss man den Lehren Rudolf Steiners folgen und bestimmte Vorgehensweisen im Anbau umsetzen.

Spannend ist, dass zwar die grundsätzlichen Herangehensweisen überall auf der Welt die gleichen sind, je nach Anbauland aber an die dortigen Boden- und Klimaverhältnisse angepasst werden müssen. Es gibt durchaus Methoden, die in manchen Ländern nicht funktionieren. Ein Beispiel für Südamerika ist die Bodenfruchtbarkeit. Da kann es passieren, dass selbst bei immer größeren Kompostgaben der Humusgehalt der Böden nicht besser wird. Organische Rückstände können vertorften und am Ende die Bodenstruktur zerstören.

 

Andere Länder, andere landwirtschaftliche Sitten

 

Das europäische Modell einfach in anderen Kontinenten zu kopieren, kann schief gehen. Insbesondere das Fehlen von Bodenfrost kann in tropischen oder subtropischen Ländern zu Problemen führen. In Ländern in denen Bodenfrost vorkommt, kann die Erde organische Substanzen sozusagen verdauen oder besser aufnehmen, um daraus Humus zu entwickeln. Wenn Böden nicht durchfrieren passiert dieser "Verdauungsprozess" nur im Wald, also im feuchten Schatten, nach und nach, eine Schicht nach der anderen. Ein direktes Einarbeiten von nährstoffreichem Kompost in den Boden kann dann quasi zu "Verdauungsstörungen" führen. Außerhalb des Waldes geschieht dieses Einarbeiten nur, wenn Mistkäfer die Mistfladen der Tiere eingraben, was in einem lebendigen Boden in wenigen Stunden der Fall sein kann. Grundlegend bedeutet dies, dass die Erde als Organismus auch ernährt werden muss.

 

Die Pflanze ist also nicht nur die Ernährungsgrundlage des Tier- und Menschenreiches, sondern auch die der Erde. Zu dieser Ernährung tragen auch Bäume einen maßgeblichen Teil bei. Mit ihren tief ins Erdreich dringenden Wurzeln und ihren hohen Gipfeln bilden Bäume eine Brücke zwischen Erde und Kosmos. Um eine nahrhafte Durchsetzung des Bodens zu erreichen und den Boden gut auf landwirtschaftlichen Anbau vorzubereiten, betreibt man eine sogenannte Gründüngung, die durch die biodynamischen Präparate begleitet wird. Die Gründüngung besteht aus zum Teil mehrjährigen Arten, wie Gräsern und Leguminosen. Diese Pflanzenmischung ahmt im Kleinen in schneller Folge die Waldbildung nach. Der sich entwickelte Pflanzenwuchs wird abgemäht und mit den Kompostpräparaten und Dung geimpft.

 

Fruchtfolge, Vor- und Aufbereitung des Bodens

 

Als erster Anbau empfiehlt sich Mais im Mischanbau mit Leguminosen, die nach der Maisernte die trockenen Maisstengel überwuchern und genügend Grünmasse für eine weitere Schichtkompostierung ermöglicht. Das notwendige Holzmaterial garantieren Hecken oder der Ausschlag von Baumwurzeln, falls diese vorhanden sind. Man pflanzt auch in die Kulturen besonders nützliche Bäume. Eine solche Mischkultur von Mais kann mehrere Jahre wiederholt werden und bringt eine schnelle Belebung des Bodens und verstärkter Fruchtbarkeit mit sich.

 

Nach einigen Jahren dieses Anbaus kann man zu mehrjährigen Kulturen wie z.B. Zuckerrohr übergehen. Nachfolgend kann man zu höher entwickelten Ökossystemen wie Kaffee, Zitrusfrüchten, Bananen und anderen Tropenfrüchten oder, je nach Region, zu europäischem Obst übergehen. Bei diesen langjährigen Baumkulturen muss mitbedacht werden, dass sich vier verschiedene Bodenschichten bilden können. Die erste direkt am Boden, die aber nicht aus Gräsern bestehen sollte, eine zweite aus allerlei dicht gepflanzten Sträuchern, die einen ständig starken Schnitt vertragen, die dritte aus der Obstkultur und schliesslich darüber die Äste spezieller Schattenbäume.

 

Diese bedachte Form der Fruchtfolge ermöglicht es alle Arten von Pflanzungen zu machen und dabei einen sich selbsterhaltenden Kosmos zu bewahren. Das gelingt aber nur, wenn im Anfangsstadium der landwirtschaftlichen Kulturen der Boden so lebendig ist, dass genügend Nährstoffvorräte vorhanden sind und die unterstützenden Beipflanzen, besonders Sträucher und Bäume, nicht im Reifezustand, sondern erst beim Austrieb sind. Ein bis zweimal im Jahr bringt man dann am besten das biodynamische Hornmistpräparat auf dem Boden aus. Es schafft für die Bodenorganismen optimale Bedingungen. Außerdem fördert es ein gesundes, starkes Wurzelwerk, das auch oberirdisch für kräftige und widerstandsfähige Pflanzen sorgt. In Versuchen wurde festgestellt, dass eine jahrelange Anwendung von Hornmist sogar den Humusaufbau fördert.

 

Biodynamische Präparate und Kreislaufwirtschaft

 

Die biodynamischen Präparate, wie der Hornmist werden im Frühjahr auf Beete, Wiesen, Bäume und Sträucher ausgebracht. Im Sommer und Herbst ist das biodynamische Hornkieselpräparat an der Reihe. Es fördert im Sommer die Blatt-, Blüten- und Fruchtbildung der Pflanzen, macht sie widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten und beschleunigt ihr Ausreifen. Im Herbst fördert das Präparat die Ausreifung von Gemüse und Obst. Außer mit den Präparaten können die Pflanzen und Bodenorganismen mit Ackerschachtelhalm gestärkt werden. Im Frühjahr sollte er vor der Bestellung auf den Boden, danach regelmäßig auf alle Kulturen verteilt werden.

 

Ein Denken in Kreisläufen ist die Grundlage für das biodynamische Wirtschaften. Dabei geht es zum Beispiel nicht darum, Schädlinge zu bekämpfen, sondern um das Abwägen der Ursachen eines eventuell gehäuften Auftretens. Statt gegen gewisse Insekten anzukämpfen, kann man eher dafür sorgen, dass Lebensräume für verschiedene Nützlinge geschaffen werden. Zum Beispiel durch verwilderte Ecken, Haufen mit Totholz, alte absterbende Bäume, Wildblumenbeete, Insekten- und Vogelnistkästen.

Besonders, wenn die Vögel ihre Jungen mit tausenden von Insekten füttern, hat sich das ein oder andere Problem von allein erledigt. Für ein ideales Kleinklima können Hecken mit Sträuchern und Wasserflächen sorgen.

 

Auch die Mondkonstellationen sollten beim Aussäen, Pflanzen und Ernten einbezogen werden. Das Wissen über einen Zusammenhang zwischen Pflanzenwachstum und Mondlauf ist nahezu so alt wie die Menschheit. Auch Rudolf Steiner wies unter anderem auf die Vollmondkräfte und auf die vermittelnde Rolle des Wassers im Boden hin. Jahrzehntelange Erfahrungen haben bewiesen, dass Aussaat und Pflanzung an bestimmten Mond- und Planetenkonstellationen Wachstum und Ertrag der Kulturen fördern können. Auch Pflegemaßnahmen wie das Hacken oder Ausbringen der Präparate kann an entsprechenden Tagen zu besseren Ergebnissen führen. Es sind viele, viele kleine Einzelmaßnahmen, die zum großen Ganzen führen – gesunder Boden und gesunde Pflanzen.

 

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