Die DEMETER-Präparate

Biologische Präparate werden auch gerne als Heilmittel für die Erde bezeichnet und dienen der Verbesserung des Komposts.

Man unterscheidet zwischen Kompostpräparaten und Spritzpräparaten.

Dafür entnimmt man der Natur Substanzen und setzt sie natürlichen Kräften aus. Anschließend werden diese dann wieder der Natur in veränderter Form zugeführt. Die Präparate werden alle nach genauer Rezeptur hergestellt und gezielt verwendet. Jedes Präparat hat eine eigene Information an den Boden oder an die Pflanze und verbessert somit die Grundsubstanz. Eine Langzeitstudie hat bewiesen, dass keine andere Anbauform ertragreichere Böden hervorgebracht hat, als durch die biologische. Gerade auch das Präparieren der benötigten Heilpflanzen durch die Verwendung der biologischen Präparate, lassen sich auch deren Wirkung immer mehr verbessern und tragen zum  Kreislauf und damit zur ständigen Verbesserung der Düngerqualität bei.

Die Kompostpräparate:

Es werden hierfür Heilpflanzen in tierische Organe abgefüllt und mindestens ein halbes Jahr im Boden vergraben. Dabei ist zu beachten, dass die Blüten der Heilpflanzen vorzugsweise an sogenannten Blütentagen geerntet werden. Die tierischen Organe sollten gegebenenfalls aus der eigenen Tierhaltung stammen.

Die organischen Materialien werden vor der Präparation in Wasser oder einem Auszug der dazu verwendeten Heilpflanzen eingelegt. Damit ist gewährleistet, dass Sie dadurch geschmeidiger werden und sich einfacher befüllen lassen. Die Präparate werden alle ungefähr 30 cm unter der Erde vergraben, außerdem ist darauf zu achten, dass die Organe eng von frischer lebendiger Erde umschlossen sind und sie sich nicht berühren. Unter Berücksichtigung der richtigen Jahreszeit, Mondphase und der Tierkreiszeichen, wirken die kosmischen Kräfte auf das Präparat.

Dieses wird dann dem farmeigenen Mist zugegeben und somit entsteht ein besonders wertvoller Kompost. Damit unterstützt man einen harmonischen Verrottungsprozess und fördert damit den Aufbau eines lebendigen Bodens. Dadurch wird die Bodenstruktur stark verbessert und somit kommt es nachhaltig zu einer ertragreichen Humusschicht.

Schafgarbenpräparat Nr. (P 502)

Es werden die Blüten der Schafgarbe in eine Hirschblase eingebracht und reifen den Sommer über an der Sonne. Im Herbst werden Sie zum richtigen Zeitpunkt vergraben und verbringen den Winter über unter der Erde. Dieses Präparat fördert die Anpassungsfähigkeit der Pflanzen an den Standort, wirkt belebend, fördert die Kaliumprozesse und ordnet die Schwefel-, Stickstoffprozesse. Kalium, Schwefel und Stickstoff gehören zu den Hauptnährstoffen der Pflanzen und gehören zu den 13 lebenswichtigen Elementen. Kalium regelt den Wasserhaushalt der Pflanze. In den Zellen der Blätter wird der osmotische Druck durch Kalium reguliert und dadurch das Öffnen und Schließen der Spaltöffnungen in den Blättern gesteuert. Wenn die Pflanze mit ausreichend Kalium versorgt ist, ist diese resistenter gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Schwefel ist für die Pflanze von großer Bedeutung. Er ist ein wesentlicher Bestandteil für schwefelhaltige Aminosäuren und Enzymen. Er ist bedeutsam für den Chlorophyllhaushalt und der Bildung von Proteinen und Vitaminen. Stickstoff wird von den Pflanzen für ihr Wachstum von Trieben und Blättern benötigt. Eine zu geringe Stickstoffmenge führt bei der Pflanze zu Wachstumshemmungen, eine zu hohe Menge macht die Pflanze empfindlicher gegenüber Krankheiten oder Schädlingen.

Kamillenpräparat Nr. (P 503)

Die Kamillenblüten werden in einen Rinderdarm eingebracht. Hierfür wird vorher der Darm ohne Konservierungsstoffe und Salze gegerbt und konserviert, anschließend wird die getrocknete Kamille in die Därme eingebracht. Die Blütenwürste werden über Winter unter der Erde vergraben. Dafür geeignet ist eine Stelle, wo der Schnee am längsten liegen bleibt, aber trotzdem die Sonnenstrahlen auf die Fläche treffen. Wichtig ist die Stelle gut zu markieren, da sich das Präparat bis zum Frühling fast ganz zersetzt hat.

Die wirkungsvolle Kamille dient seit jeher als Heilpflanze, durch ihre besondere Wirkung auf das Calcium unterstützt sie die Stoffe, die die Pflanze zum Wachstum benötigt und hilft diese zusammenzuführen und macht somit die Erde fruchtbarer. Das fertige Präparat macht den Dünger Stickstoff-beständiger. Stickstoff benötigt die Pflanze für das Wachstum von Trieben und Blättern, außerdem sorgt das Präparat dafür, dass die Pflanze gesund bleibt.

Brennnesselpräparat Nr. (P 504)

Brennnesseln werden ein ganzes Jahr unter der Erde vergraben. Die Brennnessel wird während ihrer Blütezeit gesammelt und entweder leicht angewelkt im Frühjahr oder im Herbst getrocknet vergraben. Hierzu ist keine tierische Hülle notwendig. Die Brennnessel ist eine durchaus nützliche Pflanze. Man kann Sie essen, ihre Wurzeln färben, getrocknet dient sie als Heiltee oder man verwendet die ganze Pflanze verjaucht und düngt damit den Garten. Somit ist die Pflanze in vielerlei Hinsicht einsetzbar.

Das Präparat verstärkt im Zusammenhang mit Stickstoff und Eisen die Präparate Kamille und Schafgarbe und unterstützt somit die Bildung von Humus, verbessert also die Struktur des Bodens.

Rudolf Steiner bezeichnete die Brennnessel als „die Vernünftige“, da Sie dafür sorgt, dass sich im Kompost alles richtig zersetzt. Darüber hinaus wird der Boden darauf vorbereitet, sich auf die angebauten Pflanzen einzustellen, damit er ihnen das aus der Erde liefert, was sie zum Wachsen benötigen.

Eichenrindenpräparat Nr. (P505)

Hierfür wird sehr feine geraspelte Eichenrinde benötigt und als Hülle dient ein frischer Schädel eines Wiederkäuers. Ein frischer Schädel ist wegen der intakten Hirnhaut so ausschlaggebend, da es für ein Zeichen der Lebenskräfte steht. Nun können die Späne der Eichenrinde in die Hirnhöhle des Schädels eingebracht werden.

Der gefüllte Schädel wird an eine sumpfige Stelle mit fließendem Wasser vergraben, somit kann die Eichenrinde unter anaeroben Bedingungen genügend Wasser aufnehmen. Im Frühjahr wird der Schädel wieder aus dem Schlamm entnommen und wird per Säge aufgeschnitten, um das Präparat zu entnehmen.

Die Eiche selbst gilt als Symbol der Ewigkeit, zahlreiche Mythen ranken sich um sie. Ebenso bringt man die Eiche mit verschiedenen Gottheiten in Verbindung. Die Eiche gilt aber auch als Heilpflanze. Die Rinde enthält reichlich Gerbstoffe von der man sich blutstillende Kräfte verspricht und das Extrakt der Eiche soll Juckreiz lindern.

Als Präparat wirken die Kräfte dort, wo sich sonst Pflanzenkrankheiten entwickeln können. Das Präparat regt den Kalziumprozess an, welches vor Pilzwachstum schützt, die Gerbsäure wirkt hingegen insektizid.

Löwenzahnpräparat Nr. (P 506)

Es werden hierzu frische und junge Löwenzahnblüten und Rindergekröse benötigt. Als Gekröse bezeichnet man eine Bauchfellfalte, die als Aufhängeband dient und das Organ mit der Leibeswand verbindet. Für das Präparat benötigen wir das Mesenterium, dies ist der Oberbegriff für das Aufhängeband des Darms. In der Veterinäranatomie wird der Begriff speziell für das Aufhängeband des Dünndarms genutzt. In der Rezeptur wird dieser Teil benötigt, der den Dünndarm umschließt. Das Gekröse wird so herausgeschnitten, dass daraus schöne große Kugeln gemacht werden können. Hierzu werden die jungen Löwenzahnblüten eingebracht und zusammen mit den Gekröse zu großen Kugeln geformt und mit einem Baumwollfaden fest geschnürt. Die fertig geschnürten Pakete werden wie gewohnt unter der Erde vergraben.

Das fertige Präparat fördert die Kalium- und Kieselsäure Prozesse und stärkt dadurch die Fähigkeit Nährstoffe im Boden anzuziehen. Kalium reguliert den Wasserhaushalt und Kieselsäure stärkt das Gewebe der Pflanzen und macht sie weniger empfindlich gegen Pilzbefall. Das Präparat unterstützt und sensibilisiert die Pflanze außerdem an die Umgebung.

Baldrianpräparat Nr. (P507)

Die Wurzeln des Baldrians werden gerne verwendet um tagsüber Unruhe- und Spannungszustände zu lindern, nachts hat der Auszug beruhigende und schlaffördernde Eigenschaften. Für das Baldrianpräparat hingegen wird der Saft oder ein wässriger Auszug der Blüten benötigt, je nachdem welche Blütenmenge man zur Verfügung hat.

Vergoren kommt dieses Präparat ohne tierische Hülle aus. Wenn nur wenige Blüten vorhanden sind, werden mehrere Liter Wasser mit den Blüten angesetzt und bei Sonneneinstrahlung mehrere Wochen stehen gelassen. Anschließend wird es abgegossen und gefiltert. Der fertige Dünger dient später als Konzentrat und wird in verdünnter Form auf den Kompost gesprüht. Variieren tut die Konzentration des Wassergemisches, nach Krankheitsbefall der Pflanze oder richtet sich nach der Kompost Menge.

Dieses Präparat vermittelt dem Boden die Fähigkeit, sich dem Phosphor Angebot gegenüber richtig zu verhalten. Phosphor ist an allen Stoffwechselprozessen der Pflanze beteiligt, eine ausreichende Versorgung gewährleistet eine höhere Resistenz gegenüber Krankheiten. Es wirkt sich auf die Blüten- und Fruchtbildung aus und regt die Regenwurmaktivität an. Außerdem schützt dieses Präparat gerade die Pflanzen bei kalten Witterungsverhältnissen vor Frost und wird somit dann als Schutz aufgetragen.

Schachtelhalmpräparat (P508)

Bei der Pflanze Schachtelhalm handelt es sich um das in unserer Region besser bekannte Zinnkraut. Das Zinnkraut dient als Heilpflanze und wird unter anderem bei Nieren und Blasenentzündungen als Tee verabreicht oder als Hausmittel für die Reinigung von Zinntellern verwendet, daher auch der Name. Man sagt hierzu auch oft das vergessene Präparat, da es merkwürdigerweise seltener verwendet wurde und somit in Vergessenheit gelang. Zu Steiners Philosophie und Präparatschätzen gehörte es allemal. Aufgrund seines hohen Gehalts an Kieselsäure dient es unter anderem als prophylaktisches Mittel gegen Pilzerkrankungen.

Für das Präparat verwendet man den getrockneten Schachtelhalm. Diesen zerkleinert man grob und erwärmt ihn 30-60 Minuten in einem Topf mit Wasser bei kleiner Flamme. Anschließend wird der gekochte Auszug einen Tag stehen gelassen bevor er abgesiebt und als Konzentrat weiterverarbeitet wird. Das Verhältnis des Konzentrat-Wassergemischs richtet sich nach der Kompost Menge. Das fertige Präparat wird dann auf den Kompost aufgesprüht. Der Dünger empfiehlt sich für Topf- oder um Jungpflanzen aufzuziehen und stärkt die Zellstruktur der Pflanzen. Das Präparat wirkt ordnend und kann gerade in nassen Jahren oder Witterungsphasen den Pflanzen vor dem Befall vor Pilzen oder Blattläusen helfen. Bei bereits eingetretenen Erkrankungen können die Pflanzen intensiver mit dem Präparat behandelt werden.

Die Spritzmittel:

In der biologischen Arbeitsweise werden nur zwei Präparate als Feldspritzmittel verarbeitet. Es handelt sich hier um das Hornmist-Präparat und das Hornkiesel-Präparat.

Hier werden Kuhhörner entweder mit Kuhfladen oder mit Quarz gefüllt und anschließend mehrere Monate unter der Erde vergraben. Die Hörner können mehrmals für das Herstellen der Präparate verwendet werden und werden erst ausgetauscht, wenn das Horn zu dünn wird.

Das Horn steht sinnbildlich für die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Da die kosmischen Kräfte und Energien im Winter stärker wirken, finden diese Prozesse zur kalten Jahreszeit statt und somit hat die Natur genügend Zeit seine Kräfte wirken zu lassen.

Stehten der Mond und die Gestirne richtig, kann der energetisierte Inhalt der Hörner weiterverarbeitet werden. Beide Präparate werden gleichermaßen weiterverarbeitet. Die Masse wird rhythmisch im Wasser gelöst und anschließend kräftig gemischt. Dieses Ritual findet meistens in den frühen Morgenstunden statt und das Mischen der Präparate mit Wasser dauert gut und gerne mal eine gute Stunde. Dabei achtet man bei den biologischen Präparaten auf die richtige Rührtechnik. Es wird darauf geachtet, dass sich die Richtung des Wasserstrudels regelmäßig zwischen rechts und links ändert. Man spricht hier - vom Chaos – zur Form – zum Chaos. Anschließend können die Präparate als Dünger auf die Anbauflächen gespritzt werden.

Gerade bei dem Thema Pflege und Düngen wird oftmals auf die richtige Mondphase geachtet.

Hornkiesel Nr. (P501)

Man benötigt fein zermahlenen Quarz, das Quarzpulver wird mit Wasser gemischt und ebenfalls in ein Kuhhorn abgefüllt. Auch diese gefüllten Hörner werden zur Energetisierung unter die Erde gebracht und anschließend wird die Masse nach richtiger Weiterverarbeitung als Spritzmittel auf die Pflanzen aufgetragen. Quarz ist ein Mineral und ist das zweithäufigste Mineral der Erdkruste. Dem Heilstein Quarz wird die Fähigkeit zugeschrieben Energie zu geben und vor schädlichen Strahlen zu schützen und tatsächlich haben inzwischen australische Physiker herausgefunden, dass Quarz Licht speichert und an den Boden wieder abgeben kann. Das Präparat vermittelt somit der Pflanze Lichtenergie und fördert einen gleichmäßigen Wachstums-, Reifeprozess und vor allem eine gleichmäßige Reifequalität. Außerdem stärkt das Präparat die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen und unterstützt die Fotosynthese, stärkt das Aroma und verbessert die Lagerungsfähigkeit.

Das Präparat fördert das dem Sonnenlicht entgegen gerichtete Wachstum der Pflanze und wird zum Ende des Wachstums und zur Pflanzenreife hin gespritzt.

Hornmist Nr. (P500)

Es werden Kuhhörner mit Mist gefüllt. Diese werden ein halbes Jahr unter der Erde vergraben.

Im Frühjahr kann dann die wohlriechende dunkle Masse aus den Hörnern als Dünger weiterverarbeitet und anschließend auf den Boden oder direkt auf die Pflanzen aufgetragen werden. Man sagt dieses Präparat ist die Grundlage für organisches Pflanzenwachstum, da es die Verbindung zwischen Boden und Pflanze herstellt. Diese Verbindung ist ausschlaggebend für ein nachhaltiges und gesundes Pflanzenwachstum.

Das Präparat wirkt dynamisierend und wirkt sich positiv auf die Bodenfruchtbarkeit aus, außerdem fördert es die mikrobielle Aktivität, eine bessere Durchwurzelung und unterstützt eine bessere Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Es fördert außerdem die Nährstoffaufnahme und die Stickstoffbindung der Knöllchenbakterien. Die Knöllchenbakterien leben in Symbiose mit den Wurzeln und versorgen diese mit Stickstoff. Daher sind sie wichtig, da zu viel Stickstoff die Pflanze anfälliger macht und schlimmstenfalls eingehen lässt. Durch zu wenig Stickstoff kommt es zu Wachstumshemmungen, Stoffwechselstörungen und führt unter anderem zum Absterben der Blätter. Da dieses Präparat die Bodenprozesse ordnet, wird es hauptsächlich gespritzt bevor es zur Keimung der Pflanzen kommt.

Aufbewahrung der Präparate:

Die Präparate können trocken wie feucht gelagert werden. Jeder Betrieb hat da unterschiedliche Erfahrungen und Vorstellungen.

Die Herstellung der Präparate ist aufwendig und braucht Zeit, deswegen werden diese meistens in größeren Mengen hergestellt und anschließend aufbewahrt. Somit ist der Bauer das ganze Jahr über damit versorgt und kann die Präparate individuell und mehrmals einsetzten.

Das Baldrianpräparat wird in braunen Glasflaschen an einen dunklen Platzt gestellt, das Präparat 501 wird in einem Glas am Fenster gelagert, um Sonnenlicht zu speichern. Alle anderen Präparate werden meistens in einem glasierten Ton- oder Steingutgefäßen in einer sogenannten Präparatkiste untergebracht. Die Holzkiste ist doppelwandig und als Isoliermaterial wird dazwischen trockener Torf verwendet.

Manche lagern die Kiste im Boden, manche außerhalb. Je nach Standortmöglichkeit und Erfahrung scheiden sich hier die Geister. Allerdings ist hier darauf zu achten, dass eine gleichmäßig kühle Raumtemperatur von Vorteil sein kann.